Gestatten, Walter – Seite 22 – Teil 1 – Jack the Ripper

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

Jack the Ripper
Aus Walters Tagebuch

Dunkelheit umgab den schmächtigen, sauber rasierten Mann der eingepackt in einen geflickten Mantel die dreckigen, feuchten Strassen Whitechapels durchquerte. Unter seinem Mantel wog das Messer schwer, sauber geputzt wie es war, hätte sich die Sonne darin gespiegelt, wenn der Mann denn das Messer an die selbige gehalten hätte. Nur wenige, einsame Strahlen erreichten den Boden durch die dichte Wolkendecke, im von Juden und Iren dominierten Armenviertel. Ein dreckiges Loch voller Prostituierten mit Flöhen in ihrem Mösenhaar, murmelte der Mann leise, hässliche kleine Flöhe die jeden ehrlichen Mann erkranken lassen. Ich hasse Prostituierte, ich hasse sie. Gerade erst hatte die Englische Fussballnationalmannschaft 1888 gegen Wales 5:1, gegen Schottland 5:0 und gegen Irland 5:1 gewonnen, ausserdem würde auch dieses Jahr wieder das elitäre Tennisturnier in Wimbledon stattfinden. Dies alles interessierte den Mann leidlich wenig, er hasste Sport beinahe mehr als Prostituierte, denn Millwall hatte ihn seit jeher enttäuscht und dabei waren kaum drei Jahre her, als der Millwall Football Club 1985 gegründet worden war. Mühsam ging er Schritt für Schritt weiter, die Augen starr auf den Boden gerichtet, unter dem Mantel das blanke Messer, bereit im rechten Moment gezogen zu werden. Vor ihm lag die Buck’s Row, beinahe Menschenleer. Gerade rechtzeitig fiel dem Mann hässlichste, braunhaarige Prostituierte auf, die es in London zu geben schien. Gemütlich an die Wand gelehnt zwirbelte sie die braunen, verfilzten Haare. Langsam kochte die Wut in ihm hoch, er spürte wie sein Gesicht heiss wurde. Er begann schneller zu gehen und trat immer schneller zum Abschaum der Stadt. Hässlicher Gestank stieg in seine Nase und die Augen begannen zu Tränen. „Hast du Lust auf ein wenig Spass“, rief sie ihm ohne Respekt zu und zeigte dabei nur wenige faule Stummel im Mund. Der Gestank musste aus dem Mund der Prostituierten kommen oder aus ihrer ungewaschenen Möse, dachte der Mann und antwortete nicht. Erschrocken drehte sich die hässliche, braunhaarige Prostituierte weg und suchte nach einem Fluchtweg, denn in Whitechapel musste jeder für sich selbst schauen. Obwohl die Strasse frei war, rannte sie nicht los und blieb wie erstarrt stehen. Ihr Mundgeruch betäubte den Mann, mit letzter Kraft zog er das Messer unter dem Mantel hervor, stach ihr in die Seite. Langsam zog er es der schreienden Prostituierten wieder aus dem Fleisch, hielt es ihr an die Kehle und schnitt mit aller Kraft hinein. Langsam drückte das Blut aus der Wunde und wurde dann immer schneller. Noch einige Sekunden hielt der Mann die Hände an Ort und Stelle, genoss das warme Blut wie es langsam die Finger rot einfärbte. Dann liess er die hässlichste Prostituierte Londons fallen, steckte das blutige Messer zurück unter den Mantel und verschwand die Buck’s Row entlang in eine andere Ecke Whitechapels.

Copyright Pascal Wiederkehr

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