Gestatten, Walter – Seite 43 – Teil 1 – Mittwoch, Lea

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

„Aber du hast doch heute selbst die Frage mit der Verbindung zwischen den schlechten Zahlen und dem Mord an der Pressekonferenz aufgebracht. Wolltest du den nicht darüber berichten?“ Langsam sank ihr Kopf in seinen Schoss, Lea sah hinauf in seine stahlblauen, ehrlichen Augen. „Na man wird ja wohl mal Fragen dürfen. Ganz so abwegig schien es mir nicht. Deine Antwort hat mir jedoch gereicht wenn du sagst das bisher nichts darauf hinweise, warum soll ich dann darüber berichten?“ Die Antwort schien ihm zu reichen. Er stupste sanft ihre Nase und begann weiter die Zeitung zu lesen. Manchmal bin ich daheim ebenfalls genervt und nicht entspannt wie im Büro. Ich liege auf der Couch und tu nichts spannendes, im Büro sitze ich auf meinem Bürostuhl und muss mir irgendwelche Sätze für viel zu viel Sendezeit aus der Nase zu ziehen. Da nützt es nicht einmal mit einem Kommissar verheiratet zu sein. Alles was er unter dem gemeinsamen Dach sagte, blieb auch hier. So wie in Las Vegas, ausser jemand der Betroffenen erleidet einen Hangover, hat vergessen wo er was getan oder erfahren hat, dann kann es schon passieren das mal was aus Las Vegas raus findet. Natürlich galt das nicht für Gespräche mit ihrem Mann. Der würde ihr den Kopf abreissen wenn sie etwas geheimes veröffentlichte. Der Hochzeitschwur hätte „Bis das der Tod uns scheidet oder irgendein Geheimnis den Weg aus unserer Wohnung in fremde Ohren findet“, lauten sollen. Naja ganz so schlimm war es dann doch nicht. Die Gespräche mit Jeff hatten ihr schon viele Hilfestellungen für ihre Berichte gegeben. Nicht nur bei Fällen die er selbst betreute. Jeff besass eine Art Polizistensicht auf Ereignisse. Das war manchmal äusserst praktisch. Mühsam schob sie sich unter der Zeitung von Jeffs Schoss weg, stand auf und schlurfte gemächlich in die kleine Küche. Im Kühlschrank herrschte zur Abwechslung keine gähnende Leere. Augenscheinlich hatte der Herr Polizist eingekauft, dabei sogar an ihren liebsten Philadelphia Kräuter Frischkäse gedacht. Freudig griff sie danach, strich sich eine leckere Scheibe Brot und trank ein Glas Orangensaft. Selbstverständlich aus der Tüte. Frisch gepresst gab es das letzte Mal vor Jahren oder so. Dafür waren Jeff und sie einfach zu faul.

Copyright Pascal Wiederkehr

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