Gestatten, Walter – Seite 68 – Teil 1 – Donnerstagvormittag, Lea

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

Soweit so gut, dann nehmen wir doch gleich mal einen Namen und suchen den Herrn im Telefonbuch. Lars Meier gibt an noch immer in Oftringen zu leben, vielleicht hat er ja noch Kontakt mit Britta Hauser oder kann sonst was Nettes zu meinem Bericht beitragen. Nach wenigen Klicks und Minuten hatte Lea die Nummer von Lars Meier herausgefunden. Es klingelte, erst nach viermal, gerade als sie aufgeben wollte, nach jemand den Anruf entgegen. „Meier“, sagte eine grummlige, verschlafene, tiefe Stimme am anderen Ende der Leitung. „Guten Morgen Herr Meier, ich bin Lea Berger vom Schweizer Fernsehen. Ich wollte Ihnen, betreffend, Ihrer alten Schulfreundin, Britta Hauser gerne ein paar Fragen stellen. Hätten Sie Zeit?“ Jemand schnaubte in den Hörer, einige Sekunden vergingen bis Meier wieder antwortete. „Ganz schlimme Sache, aber ich will nicht. Wünsche noch einen schönen Tag“, sagte er und ein kurzes Klicken beendete das Gespräch. Nett, dachte Lea und drehte sich auf ihrem Bürostuhl ein paarmal im Kreis bis sie von einer aufgeregten Stimme unterbrochen wurde. Erschrocken blickte sah sie der Person, zu der die Stimme gehörte ins Gesicht. Ein rundes Gesicht mit Kurzhaarfrisur das einer kleinen, immer lächelnden Frau namens Berta gehörte, begann sofort den Mund zu öffnen. „Beruhig dich Berta, sonst kriegst du hier vor mir noch einen Herzinfarkt“, ermahnte sie Lea, doch Berta schien das nicht zu beeindrucken. „Sei still! Es ist was ganz tolles passiert. Nein, Nordkorea hat nicht Südkorea angegriffen, aber trotzdem was wirklich berichtenswertes. Der Killer hat wieder zugeschlagen, zumindest deutet vieles darauf hin. So ein reicher und überbezahlter Bankmanager wurde getötet, mit einem Schuss in den Hinterkopf. Das sagte auf alle Fälle die Haushälterin die ihn gefunden hat, gab dies einem Konkurrenzreporter zu Protokoll, welcher scheinbar reinzufällig dort in der Nähe war.“ Lea versuchte möglichst nicht entsetzt auszusehen, jemand war getötet worden und Berta schien das nicht im Geringsten zu stören. So war die Welt heute. „Los komm mit, wir haben eine Krisensitzung, los die meisten warten schon“, forderte Berta und stürmte davon. Ach die können mich doch alle mal, dachte Lea, tippte den nächsten Freund von Britta Hauser in das Telefonverzeichnis ein, ich folge später, von mir aus können die auch alles ohne mich besprechen. Ich freue mich auf alle Fälle nicht wie ein kleines Kind auf Weihnachten wenn jemand ermordet wurde. So verroht bin ich nicht.

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