Gestatten, Walter – Seite 71 – Teil 1 – Herb Baumeister

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

„Danke, dass ihr so schnell kommen konntet. Ich möchte mit Julie Baumeister, der Frau von Herbert Baumeister, sprechen da uns einerseits der Durchsuchungsbefehl fehlt, andererseits auch Baumeister selber etwas dagegen hat, wenn wir sein Haus auf den Kopf stellen. Wie ihr wisst ist so was alleine immer gefährlich und ich bin froh wenn ihr beide mir Rückendeckung geben könnt“, sagte der Detective ermutigend. Der Deputy holte für jeden Wasserflaschen aus dem Streifenwagen und alle tranken gierig davon. „Wenn ich gewusst hätte, dass stehen bei der Polizei zu den Hauptaufgaben gehört, dann wäre ich Elefantendompteur geworden“, witzelte der gross gewachsene, muskulöse Deputy und boxte den anderen, nur wenig kleinere, aber ebenso breite Kollege auf die Schulter. „Besser Zauberer in Las Vegas“, meinte der andere, „da kannst du beides gleichzeitig tun. Tiere springen lassen und gleichzeitig Tiger aus dem Hut zaubern.“ Dem Detective wurde es langsam zu bunt und er sagte mürrisch: „Beruhigt euch wieder. Wenn ihr Witze reissen wollt, dann hättet ihr an ein Clown College gehen sollen.“ Die beiden Deputys sahen sich grinsend an, hielten aber die Klappe. Zwei Stunden später, schwitzend unter der brütenden Sonne, fuhr der schwarze Lincoln Continental vor. Am Steuer sass die Ehefrau von Herb Baumeister.

Auch Julie Baumeister hatte etwas gegen eine Durchsuchung und liess, nachdem sie vom Einkauf gekommen war die drei Polizisten ohne viele Worte stehen. Wütend zogen sie wieder ab. Doch danach ging bald alles Schlag auf Schlag: Ängstlich, da ihr Ehegatte sich immer seltsamer verhielt, reichte Julie Baumeister die Scheidung ein und veranlasste eine Suche nach ihrem Mann, der gerade alleine in den Ferien weilte. Auf der Fox Hollow Farm wurden die Überreste von elf Männern gefunden, davon konnten fünf identifiziert werden. Herb Baumeister flüchtete nach Ontario, genauer in den Pinery Provincial Park, nähe der kleinen Ortschaft Grand Bend, nicht etwa um dort die schönen Strände am grossen Lake Huron zu geniessen. Sein Ende wollte er eigenhändig herbeiführen und schoss sich mit einer Magnum in den Kopf. Im Abschiedsbrief gab er die Morde nicht zu, nach eigenen Angaben waren die gescheiterte Ehe und der schlechte Geschäftsgang der Grund für den Selbstmord. Auf Hinweis der Ehefrau fuhr ihr Mann sehr häufig nach Ohio um Geschäfte zu tätigen. In den ländlichen Gegenden rund um die Insterstate 70 zwischen Indianapolis und Columbus, Ohio wurden weitere neun Leichen gefunden, welche ebenfalls Herb Baumeister zugeschrieben werden. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, bestätigt ist, dass Baumeister homosexuell war und die Morde wohl mit der unterdrückten Homosexualität zusammenhingen. Warum die Morde in einem Zeitraum von sechzehn Jahren, 1980 bis 1996, ausgeübt werden konnten und der Mörder nie aufgefallen war, konnte sich im Nachhinein niemand erklären.

Copyright Pascal Wiederkehr

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