Gestatten, Walter – Seite 100 – Teil 1 – Samstag, Lea

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

„Nun aber zum eigentlichen Thema. Wir haben den dritten Mord an einem Schweizer, innerhalb von drei Tagen, fantastisch nicht? Der Tote Moritz Wegmüller soll durch einen rechtsextremen Engländer verübt worden sein, sagen zumindest unsere Auslandexperten. Klingt doch nach einer tollen Story? Die Morgenzeitung will die ersten vier Seiten nur darüber berichten, selbst die Privatsender wollen ihre billigen Nachrichtensendungen wieder mit Inhalt statt mit lächerlichem Lokalklatsch füllen.“ Rechtsextreme? Genau die Suchen sich jetzt schon Schweizer aus weil man die so gut erkennen kann? Wenn der Tote nicht gerade ein rotes Shirt mit weissem Kreuz getragen hat, fällt ein Schweizer höchstens wegen der Sprache auf, aber auch dann hat niemand einen Grund Hass gegen ihn zu hegen. Rechtsextreme hassen Ausländer, doch meistens schleichen sie nicht einzeln in Wohnungen und ermorden Menschen, sie kommen in Gruppen, prügeln und treten, das können auch die grössten Hohlköpfe. Und wie hat Max den Toten nochmals genannt? Moritz Wegmüller oder? Der vierte Freund von Beat Luggisberg, Christoph Caminada und Britta Hauser. Ein Zufall? Niemals. „Das glaubst du doch wohl selbst nicht“, sagte Lea spöttisch, „der Mörder soll ein Rechtsextremer sein? Pardon englischer Rechtsextremer mit grossem Hass auf Schweizer?“ Max lachte schelmisch, doch die Augen blieben hart. „Lass dich nicht immer von der Vernunft leiten, wenn es Experten sagen muss es stimmen und wir können nur noch aus dem grossen Honigtopf schöpfen. Experten mit gegenteiliger Meinung werden bestimmt noch früh genug auftauchen und dann führen wir auch mit denen hübsche Interviews“, erklärte er belehrenden. Er entliess Lea mit dem Auftrag ein Interview mit Extremismus Expertin Dr. Sarah Schöpfner zu organisieren und sie besorgte sich sofort die Telefonnummer. Ganz im Gegensatz zu Luggisberg wollte Schöpfner mit Freude ein Interview geben. Es sei ihr wichtig die Wahrheit über den Schweizerhass des Auslands weiterzugeben. Wieder jemand die glaubt das wahre Wissen zu besitzen, das konnte ja was werden. Ganz toll.

Copyright Pascal Wiederkehr

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