Gestatten, Walter – Seite 120 – Teil 1 – Sonntagnachmittag, Walter

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

„Wir sind da, wachen Sie auf, wir sind da.“ Was rüttelt mich da so unsanft am Knie? Wo bin ich? Was ist das hier? Oh ein Taxi, alles in Ordnung. „Was schulde ich Ihnen?“ Ich steige aus, in der Hand mein Handgepäck und atme in grossen Zügen die Osloer Nachtluft ein. Ich bin zurück. Der Flug war in Ordnung gewesen, einfach so unbequem, dass mir die Rückbank des Taxis wie ein weiches Federbett erscheint. Ich schliesse die Tür auf und wackle das Treppenhaus hoch, klappe beinahe zusammen. Die Müdigkeit, der Stress forderte mich viel zu stark. Ich bin alt. Im vierten Stockwerk befindet sich mein Geheimversteck, meine Zuflucht. Mit Mühe fummle ich den Schlüssel aus der Hosentasche, kriege beinahe den Schlüssel nicht ins Schlüsselloch, stolpere hinein, werfe die Tür hinter mir zu, lasse meine Tasche in den Korridor fallen. Die Lichter der Stadt dringen durch die grosse Fensterfront und beleuchten die wenigen, modernen Möbel im Wohnzimmer. Gleich angrenzend liegt das Esszimmer ohne Tische, ohne Stühle, ich esse nie hier. Ich will nicht putzen müssen. Unter der Fensterfront breitet sich der Slottsparken, der Schlosspark, der nur durch die Henrik Ibsens gate von meiner Wohnung abgetrennt wird. Ich sollte im Königsschloss leben, der Schlosspark sollte vollständig öffentlich sein. Ich lebe im Zentrum, an der Strasse des Schriftstellers Henrik Ibsen, bald kriege ich auch den Ibsen-Preis verliehen. Ich bin auch für die Frau, gegen die Lügen der Gesellschaft. Während meiner Zeit hier könnte ich Ibsens Heimatstadt Skien besuchen gehen…
Mein Wohnzimmer, mein liebster Ort um zu lesen und nachzudenken, ich muss noch meine Zähne putzen und kurz das Gesicht waschen. Danach geht es ins bequeme Bett wo ich noch fernsehen kann. Ich fühl mich gerade befreit, mein Geist ist frei, alle Ängste sind abgefallen, Norwegen hat mich befreit. Morgen wenn ich ausgeschlafen bin, dann wird sich vieles ändern und ich muss meine Lage überdenken.

Copyright Pascal Wiederkehr

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