Gestatten, Walter – Seite 129 – Teil 1 – Montag, Walter

Buch, Kultur

Täglich wird hier eine Seite einer Geschichte veröffentlicht – sie trägt den Arbeitstitel Gestatten, Walter und untersteht dem alleinigen Copyright von Pascal Wiederkehr. Die Geschichte stammt aus einem Manuskript, welches nur grob überarbeitet wurde, und kann deshalb Fehler in Grammatik und Rechtschreibung aufweisen.

Selbst Regenbögen wären mir jetzt lieber als hier verletzt in Deckung zu gehen. Draussen höre ich den Atem meiner Verehrerin. Trage stets eine Waffe bei dir, dort wo sie niemand erwarten würde. Dummerweise habe ich mich an diesen Rat nicht gehalten und trage dementsprechend auch keine Waffe. Schicksal jetzt musst du einschreiten, soll ich hier enden? Walter Tell tot, zerstückelt, entstellt, dieser schöne, gereifte Körper leblos auf dem kalten Fliesenboden? Dumm für die Rothaarige, dass ich vorgesorgt habe. Hinter einer lockeren Fliesse an der Wand liegt ein Schatz verborgen, die Ruger Super Blackhawk. Mein Revolver, extra langer Lauf, matt gebürsteter Edelstahl und ein wunderschöner hölzerner Griff. Sechs Schuss .44 Magnum Patronen passen in die Trommel. Zwei Handgriffe später und ich halte das gute Stück, hergestellt im wunderschönen Southport, Connecticut, in der Hand. Stets geladen. Holztüren sind für mein Kaliber auch kein Problem. Ein schmerzvoll verzerrtes Gesicht reflektiert sich kurz im Badezimmerspiegel. Gerade als die Tür aufgeht, spanne ich den Hahn und der Zeigefinger drückt sanft, aber bestimmt, den Abzug. Das überhebliche Gesicht der Rothaarigen verändert sich in wenigen Sekunden. Zerstörerisch tritt das Geschoss in ihre Brust und sie kippt unsanft nach hinten. „Leg dich nicht mit Walter Tell an!“ Dummerweise kann die Rothaarige kein Wort verstehen, ihr Mund ist damit beschäftigt Blut zu spucken. Meine Ruger will nochmal. „Ich mache dem Trauerspiel jetzt ein Ende. Hoffentlich triffst du einige meiner anderen Opfer in der Hölle.“ Frohen Mutes spannt meine linke Hand automatisch den Hahn und die wehrlose, rothaarige Angreiferin kann nur noch verzweifelt stöhnen, ehe der zweite Schuss direkt das Herz findet. Es ist vorbei. Jetzt habe ich eine Leiche, ein verletztes Bein und zwei verschwendete .44 Magnum Patronen, ausserdem legt sich Schwärze wie ein Schleier über meine Augen. Ich verliere immer noch viel Blut. Alles wird dunkel.

Copyright Pascal Wiederkehr

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