Das Beste kommt zum Schluss

Wer Peter Georgas-Frey auf seinem Blog folgt, der leidet mit. Wenn der Alltag die Zeit zum Schreiben frisst, sich zu wenige Probeleser finden lassen oder die Suche nach einem finanzierbaren Korrektorat, das seinem Namen gerecht wird, nervenaufreibend wirkt. Der am Bodensee lebende Schriftsteller lässt seine kleine Fangemeinde am Schreibprozess seiner Bücher teilhaben. Er verheimlicht die Sonnen- und Schattenseiten seines nebenberuflichen Schreibens nicht. Georgas-Freys jüngstes Werk, «Projekt Epilog», der dritte Teil der Sci-Fi-Serie rund um die Aurumer, hatte keinen einfachen Start. In der mir vorliegenden gedruckten Version sind einige Fehler in Rechtschreibung und Grammatik stehen geblieben, die man sich als Leser des…

Ein Wahlzürcher leitete den Orientexpress

Zuerst veröffentlicht in «Zürich 2» vom 14. Juni 2018. Er ist ein Star in Film und Literatur: Der Orientexpress. Ein neues Buch beleuchtet das Wirken von Jakob Müller, der die Orientbahn durch die Wirren des Ersten Weltkriegs erfolgreich leitete. Es war eine Zeit des Aufbruchs und der Gotthard-Durchstich das Thema der Epoche. Der «Hype» der Eisenbahnen hatte auch Einfluss auf den jungen Jakob Müller aus dem luzernischen Rain. Kein Wunder also, trat er 1875 bei Alfred Eschers Nordostbahn ein – wohl für eine betriebliche Anlehre, wie es im neuen Buch «Der Türken-Müller. Ein Luzerner und die Orientbahn» heisst. «Die Schweiz…

Warum auch 1000 Fakten gegen Trump und Co. nichts bringen, weil sie deren Anhänger nicht lesen werden, damit aber genau das Gegenteil erreicht wird

«Nothgroschen, Redakteur der ‹Netziger Zeitung›.» «Also Hungerkandidat», sagte Diederich und blitzte. «Verkommene Gymnasiasten, Abiturientenproletariat, Gefahr für uns!» Alle lachten; der Redakteur lächelte demütig mit. Die Presse gibt in Heinrich Manns Werk «Der Untertan» kein gutes Bild ab. Der Machtmensch Diederich Hessling, der meist nach oben buckelte und nach unten trat, hatte Nothgroschen in der Hand. Was dachte sich der Redakteur wohl dabei, als er die Ergebenheitsdepesche an den deutschen Kaiser, geschrieben von betrunkenen «Kaisertreuen», zugespielt erhielt? Und als dann Diederich Hessling ihm eine gefälschte Belobigung für den Todesschützen übergab, die angeblich vom Kaiser höchstpersönlich stammte, da war er hin und weg. Die «Netziger…

Das Schlimmste ist eigentlich die Überwindung

Sobald wir geboren werden, haben die Menschen Erwartungen an uns. Zuerst soll man möglichst zufrieden wirken, oft und viel lächeln, wenig schreien und süss aussehen. Bald darauf sollen wir nicht mehr kriechen und dürfen unsere ersten Worte artikulieren. Bis dahin war unser Leben kurz, es verlief im Schneckentempo. Je älter wir werden, desto mehr haben wir von der Strecke unseres Lebens hinter uns gebracht, viele Erwartungen erfüllen können und Erfahrungen gesammelt. Mittlerweile gehen wir selbst auf das Töpfchen, wir brauchen niemanden der uns füttert und lieben philosophische Diskussionen. Bestimmt haben wir aber auch enttäuscht. Erwartungen anderer kann man viel leichter…

Die Rückkehr einer Geschichte, die das menschheitsgeschichtliche Weltbild zum Wanken bringt

«Du musst darauf aufpassen! Versprich es!» Ron nahm den Gegenstand vorsichtig in die linke Hand und fuhr mit der rechten behutsam darüber. «Ja, okay. Ich versuche es.» «Versuchen reicht nicht! Ich muss sicher sein, dass es nach draussen kommt.» Ben sah sich hektisch um. In keiner Richtung war jemand zu sehen. Die langen, kargen Flure lagen wie verlassene U-Bahn-Röhren in kaltem Neonlicht. So beginnt der neue Roman von Peter Georgas-Frey. «Die Rückkehr» ist nicht nur eine Fortsetzung einer Geschichte, das Buch ist auch ein grosser Schritt in der schriftstellerischen Entwicklung des deutschen Autors. Eines der grössten Handicaps des Vorgängers waren…

Artikel von Pascal Wiederkehr

Was man auch noch schreiben könnte

Am kommenden Wochenende stimmt die Schweiz wieder einmal ab: National steht der Sonntag im Zeichen der Präimplantationsdiagnostik, der Stipendieninitiative, der Erbschaftssteuerreform und des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG). Alles Themen, über die man sich nicht mir nichts dir nichts informiert hat. Um sein Stimmrecht aber richtig wahrnehmen zu können, wird Vorwissen eigentlich vorausgesetzt, weil man sonst einfach irgendwelchen Abstimmungsparolen und Werbeplakaten vertrauen müsste. Erst kürzlich hat die direkte Demokratie der Schweiz das Internet begeistert. So wurde der Stimmzettel zur morgigen Abstimmung heiss auf Reddit und imgur diskutiert. Meinen Stimmzettel kann ich euch leider nicht zeigen, da ich ihn schon vor zwei Wochen…

Elefant im neuen Elefantenpark im Zoo Zürich

Elefantengehege

Ein kurze Geschichte von mir, die im Jahre 2010 entstanden ist. Viel Spass (oder auch nicht). «Am Gehege stehen Kinder auf den Zehenspitzen und starren mit grossen Kulleraugen auf einen grossen grauen Elefanten. Der Elefant scheint traurig, denkt das grösste der Kinder, das kleinste der Kinder denkt nicht an so etwas. Langsam stampft der Elefant zu einem dicken, trockenen Ast. Der grosse Rüssel greift nach dem Ast, hebt ihn auf. Das grösste Kind denkt immer noch, dass der Elefant traurig aussieht und flüsterte es dem mittleren Kind zu. Das mittlere Kind schüttelt den Kopf. Der Elefant ist nicht traurig, er…

Buchtipp: Die Heimkehr

Das Internet würde ohne Ausserirdische heute nicht existieren. Ohne Ausserirdische würden wir vielleicht gerade in einer Zeit leben, in der die Erde vermeintlich noch eine Scheibe ist und wir uns hauptsächlich darum kümmern müssen, dass wir für unsere zehnköpfigen Familien genügend Breie und Grützen aus Hafer ins ärmliche Haus bringen können. So, oder so ähnlich, würde es um die Entwicklung der Menschheit stehen, wenn nicht Aliens bei uns gelandet wären. Dies behauptet zumindest das Buch «Die Heimkehr» von Peter Georgas-Frey. Der deutsche Autor beschreibt in seinem Roman eine Erde, in der vor Jahrtausenden abgestürzte Ausserirdische – ingesamt 100 Angehörige des Volks der…

Zuerst Twisted River und dann die Heimkehr

Hurra, endlich ist es da: Die vollständige Ausgabe von «Die Heimkehr» wurde mir auf wundersame Weise von Amazon geliefert. Ursprünglich wollte der Autor Peter Georgas-Frey das Buch als Trilogie veröffentlichen (Buchtipp: Die Heimkehr: Teil 1 – Einer zu viel), hat sich dann aber umentschieden. Ich freue mich auf alle Fälle schon auf die Gesamtausgabe, die ich mir direkt nach meiner Lektüre von «Letzte Nacht in Twisted River» von John Irving zu Gemüte führen werde. Geniesst die letzten August-Tage dieses (viel zu kühlen) Sommers.