Anonym im Netz: Darknet ist nicht nur böse

Zuerst veröffentlicht in «Zürich 2» vom 28. Februar 2019.

Darknet ist der verborgene Teil des Internets und geniesst einen schlechten Ruf. Für Informatik-Experte Hernâni Marques ist jedoch klar, dass es jeder Internetnutzer kennen sollte. Und der Zugang dazu ist nur einen Klick entfernt.

Es ist der verborgene Teil des Internets – das Darknet. Ist es in den Medien, dann selten als positives Beispiel. Wer das Darknet betreten will, braucht ein Programm. Am einfachsten gehts mit dem sogenannten Tor-Browser. Darknet-Seiten tragen nicht die bekannten Endungen wie .ch oder .com, sondern sind über .onion (Englisch für Zwiebel) erreichbar. Eine viel besuchte Darknet-Seite wird von Facebook betrieben, damit die Social-Media-Plattform von Menschen genutzt werden kann, die in autoritären Staaten wie Iran oder Türkei mit Internetzensur leben.

Weil man im Darknet aber viel anonymer unterwegs ist als im öffentlichen Teil des Internets, nutzen es auch Kriminelle. So werden auf elektronischen Marktplätzen beispielsweise Drogen und Waffen angeboten, oder es wird Kinderpornografie ausgetauscht. Darum ermittelt unter anderem die Kantonspolizei Zürich oder das Bundesamt für Polizei im Darknet.

Im Darknet surfen ist legal
Trotzdem ist das Surfen im Darknet keineswegs illegal. Genutzt wird es beispielsweise von Journalisten, Bloggern, Aktivisten, die ihre Privatsphäre wahren müssen oder wollen. Es werden im Darknet ganz gewöhnliche Dienste wie Chats oder E-Mail angeboten.
Einer, der sich mit dem Darknet auskennt, ist Hernâni Marques. Der Informatik-Experte ist Pressesprecher beim Chaos Computer Club Schweiz. Das ist eine Hackerorganisation, die sich politisch gegen Überwachung und Zensur im Internet wehrt und in Zürich einen Treffpunkt hat. Marques plädiert für vollverschlüsselte Netzwerke, bei denen Computern untereinander so verbunden sind, dass eine Abhörung und damit Zensur stark erschwert wird – wie beim Darknet. Heute wickeln die grossen Internetkonzerne ihre Dienste über zentrale Server ab, jede Suchanfrage, jedes E-Mail wird potenziell gespeichert.

«Der Staat darf hierzulande beispielsweise unsere Briefe nicht flächendeckend öffnen, die elektronische Kommunikation darf er jedoch kontrollieren.»

Hernâni Marques, Chaos Computer Club Schweiz

Den Begriff «Darknet» findet Marques nicht gelungen. «Er wird von Überwachungskreisen verbreitet, um es als etwas Schlechtes darzustellen», so der 34-Jährige, der Computerlinguistik an der Universität Zürich studiert hat. Finanziert wurde das Tor-Netzwerk stark von der US-Navy. Tor ist ein Teil des Darknet. Das US-Militär nutzt es auch heute. Denn wer im Internet surft, hinterlässt Spuren, die rückverfolgbar sind. «Das Schweizer Überwachungsgesetz erlaubt es den Behörden, die elektronische Kommunikation zentral zu sammeln.» Mit anderen Worten: Jede Kommunikation im Internet oder mit dem Mobiltelefon kann überwacht werden. «Der Staat darf hierzulande beispielsweise unsere Briefe nicht flächendeckend öffnen, die elektronische Kommunikation darf er jedoch kontrollieren», gibt Marques zu bedenken.

Überwachung ist Normalität
Der Chaos Computer Club Schweiz hatte sich erfolglos gegen das Überwachungs- (BÜPF) und das Nachrichtendienstgesetz (NDG) gewehrt. Noch in den 80er Jahren sei der Aufschrei gross gewesen, als der Bundesrat wissen wollte, wie die Bürgerinnen und Bürger ihren Weg zur Arbeit zurücklegen würden. «Heute ist es normal geworden, dass uns die Behörden überwachen können», bedauert der IT-Experte. Und das hauptsächlich, weil es technisch möglich sei. Dabei ist das in den Augen von Marques für die Behörden kontraproduktiv. «Je mehr Überwachung es gibt, je schneller entstehen alternative Netzwerke, die schwieriger zu überwachen sind.»

Wer deshalb seine Privatsphäre im Internet wahren möchte, kann den Tor-Browser verwenden. Dieser basiert auf Mozilla Firefox und leitet das Surfverhalten über drei zufällige Knotenpunkte des Tor-Netzwerks durch das Internet. Angeboten werden die Server von Freiwilligen, aber auch von Regierungen. Die Verbindung zwischen dem persönlichen Computer und den einzelnen Knotenpunkten irgendwo auf der Welt, also Stationen, ist mehrfach verschlüsselt. Damit wird Zensur und Überwachung umgangen. Die Nutzer können wie gewohnt im Internet surfen. Zudem schützen sie sich vor personalisierter Werbung. Gleichzeitig ist der Tor-Browser die einfachste Möglichkeit, die versteckten Seiten des Darknet aufzurufen oder Internetsperren zu umgehen. Der Browser ist mit wenigen Klicks installiert und für jeden benutzbar.

Marques empfiehlt aber auch etwas Grundsätzliches: «Datensparsamkeit ist wichtig.» Je weniger eine Person im Internet preisgebe, desto weniger Daten könnten in die falschen Hände geraten.


So schützt man seine Privatsphäre

Der Chaos Computer Club Schweiz hat mit der Digitalen Gesellschaft Schweiz, der Stiftung für Konsumentenschutz und der «Wochenzeitung WOZ» die Broschüre «Eine kurze Anleitung zur digitalen Selbstverteidigung» herausgegeben. Der Ratgeber kann unter www.woz.ch/-7fb9 als PDF kostenlos heruntergeladen werden.

Datensparsamkeit: Weniger ist mehr. Daten, die nicht ins Netz gelangen, brauchen erst gar nicht geschützt zu werden.

Passwörter: Ein hinreichend sicheres Passwort sollte möglichst lang sein: Am besten bestehend aus einer zufälligen Folge von Wörtern, die man nirgends findet und sich gut merken kann.

Sicherheitsupdates: Betriebssysteme sollten stets auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Surfen im Netz: 
Tor ist der sicherste Browser im Internet. Er basiert auf Mozilla Firefox und kann unter www.torproject.org heruntergeladen werden. Er ist für Windows, Mac und Linux verfügbar. Da die Verbindung zwischen Nutzer und aufgerufener Seite über drei zufällige Knotenpunkte (Server), quasi Stationen im Netz, hergestellt wird, lässt sich kaum zurückverfolgen, wer auf die Website zugreift. Wer sich dann allerdings bei Youtube, Facebook und Co. anmeldet, verliert diese Anonymität wieder.

Suchen: «Duck Duck Go» ist eine eigenständige amerikanische Suchmaschine, die das Suchverhalten nicht speichert. Finanziert wird der Dienst über Spenden und nichtpersonalisierte Werbung. (pw.)

Diese Doku bringt dir Japan ins Wohnzimmer

Japan ist schon lange auf meiner «Da-würde-ich-gerne-hin»-Liste. Da sich auf dieser Liste aber noch einige andere Reiseziele befinden, die bei mir mehr Priorität geniessen, kamen die Japan-Dokus von Gamestar-Gründer und heutigem Spieleveteranen Jörg Langer gerade recht. In 16 Folgen von je rund 20 Minuten Länge bringt Japan-Fan Langer dem geneigten West-Europäer das «Land der aufgehenden Sonne» näher. Das Videoprojekt wurde letztes Jahr über ein Crowdfunding finanziert und kann nun im HD- oder 4K-Paket, letzteres mit Extra-Bonus, gekauft werden.

Ich persönlich kenne Japan nur vom Hörensagen, aus Geschichtsbüchern sowie mehr oder minder guten Filmen. Deshalb waren die Japan-Dokus für mich eine echte Bereicherung.


Themenbezogene Interessen (-bindung) des Autors

Ich habe mich am Crowdfunding für die Japandokus beteiligt und erhalte kein Geld dafür, die Japandokus zu bewerben.

Save the journalists

I’m a local journalist. Some might consider me a community journalist. The definitions for community journalism vary. According to Jock Lauterer, lecturer in journalism at the University of North Carolina at Chapel Hill, and author of “Community Journalism: Relentlessly Local”: “You know community journalism when you see it.” In some ways, this seems like the Holy Grail of definitions to me. You’ll notice community journalism. There is no big picture of a national politician on the front page unless they happened to visit the town. And if a storm hits a foreign country, you’ll only read about it in the local news so long as it has affected the locals in your area in some way.

The difference between local journalism and community journalism is the difference between the macro and micro view. Local journalism covers all things which don’t matter nationally. Community journalism digs even deeper. In many cases, it covers stories that wouldn’t be of interest to another part of the same city.

I’m an editor for a small publisher based in Zurich, Switzerland’s economic capital and the country’s largest city. Among others, we publish four weekly papers in the city – each of them covering a different part of town. For example, the “Züriberg” covers the east of Zurich, whereas the “Zürich West” covers the western districts.

So now you can imagine what I do all day. A lot of people seem to know what a journalist does and more importantly what a journalist should be doing. If you write for a local newspaper, you can’t hide behind your desk. Many people know you and they won’t hesitate to tell you their opinion, whether you care or not. Most people in Western Europe and North America consume media – or at least they read what appears in their Facebook feeds. Revealing my job in social settings seems to evoke an inevitable response. While a part of me feels flattered by it, I also tend to feel defensive. “Oh, you’re a journalist! So much fake news out there these days… It’s important that you stay objective and neutral.” Especially since Donald Trump’s presidency, everyone seems to be qualified to judge the quality of journalism. The conversation evolves into a meandering monologue about what good journalism is and what it isn’t.

To be fair: it’s certainly easier to know what a journalist does than to know what an oncologist does. And you also wouldn’t dare criticize a pilot for her plane-landing skills. If she did a poor job, you probably wouldn’t live to criticize her anyway. But why are so many know-it-alls out there then when it comes to the media?

On the one hand, you don’t need a journalism degree to be a journalist. I’m sure some journalism professors would disagree with me on this point and I wouldn’t blame them. There will always be differing opinions between journalism educators and professionals in this question. In my opinion, a journalist needs training, but a degree is not necessarily mandatory. You can’t call yourself an attorney unless you pass the bar but no regulated license certifies a journalist.

On the other hand, anybody with decent writing skills and an opinion may think: “Oh, I could do this too!”

In community journalism, the critics often live next door. In contrast to the journalist writing about international topics and leaders, the local politicians will call you if they’re unhappy with your coverage. Thus it’s even more important to do your job right. Naturally every journalist should be doing his job right, regardless of what they cover.

It’s no secret that journalism has problems with handling public criticism. But there is another time and place to discuss this matter. Nonetheless, it’s important that people respect our work. Otherwise the constant criticism is slowly weakening the already crumbling reputation of journalism and the media. That would be very bad, particularly in our times of fake news. So, if you wouldn’t dare to criticize oncologists, why then should you criticize journalists?


Many thanks go to Stephanie Turin, Psychologist M.Sc., for her contribution and editing.

Das Doodle

Screenshot doodle.com Startseite
Doodle erleichtert die Terminfindung nicht

Es soll das Organisieren erleichtern, doch auch mit der Webanwendung zur Terminfindung bleibt alles beim Alten.

Ein Digital Native – ja, der Ausdruck wird arg strapaziert – der sich über eine Webanwendung beschwert, sollte eigentlich an den Internetpranger gestellt werden. Trotzdem will ich mich hier über eine Art der Terminfindung beschweren, die zwar total dem Zeitgeist entspricht, mir aber nicht besonders gefällt. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin überhaupt nicht gegen digitale Kalender(-funktionen), diese nutze ich nämlich regelmässig, vor allem weil meine Handschrift selbst für mich persönlich unleserlich ist.
Im Geschäftsleben gibt es seit Jahren elektronische Kalender. Habe ich die Zugriffsrechte, kann ich mit wenigen Mausklicks nachschauen, ob ein Kollege an einem bestimmten Termin Zeit für eine Sitzung hat. Wer im Privaten ein Datum für eine Party kommunizieren will, kann dies unter anderem telefonisch, per E-Mail, über SMS und natürlich auf Facebook tun. Immer öfters wird aber auch auf die Webanwendung Doodle zurückgegriffen. Doodle ist ein kostenloses Werkzeug zur Erstellung von Terminumfragen. Das Angebot gibt es schon seit etwa zehn Jahren, trotzdem scheint es gerade in meinem privaten Umfeld eine Renaissance zu erleben.
Jeder der das Datum für seine nächste Party nicht mehr selbst festlegen möchte, erstellt ein Doodle. Wer kommen darf, erhält eine digitale Einladung, am Terminfindungsprozess zu partizipieren. Diese Demokratisierung der Terminfindung führt nur zu einer Verschiebung der Zuständigkeit. Wer eine Party organisiert, ist für die Festlegung des Datums auch selbst zuständig. Alle können sowieso nie kommen. Dank Doodle kann man aber bequem seine Verantwortung abschieben. Die Demokratie hat gesiegt, ich persönlich bin nicht schuld, wenn nun jemand am besagten Tag keine Zeit hat. Das Resultat ist aber dasselbe: Wenn es einem wichtig ist, dann beugt man sich der Mehrheit, verschiebt einen Anlass, damit man trotzdem teilnehmen kann. Demokratie bei der Terminfindung ist theoretisch gut und recht, in der Praxis führt es aber zu einem Mehraufwand für Organisator und Teilnehmer. Doodle hat nichts erleichtert.

Die farbenfrohste Online-Zeitung der Welt

watson.ch - online seit Januar 2014
watson.ch – online seit Januar 2014

Gegen sie ist The Huffington Post eine Bleiwüste. Sie ist die farbenfrohste Online-Zeitung der Welt – zumindest der Schweiz – und die Artikel haben beinahe mehr Bilder als Zeichen. watson ist also ähnlich wie mein Blog: Mehr Bilder und Videos als Text. Mit einem Mix aus Information und Zeitvertreib sowie multimedialen Erzählformen wolle sich watson vor allem bei einer jungen, mobilen Leserschaft etablieren. Wer digital native, urban, vernetzt, mobil und nicht zuletzt kaufkräftig ist, der gehört zur Zielgruppe. Für mich ist sie zu überladen und zu farbenfroh. Was haltet ihr davon?

Listicles im Deutschunterricht

Schade, dass dies bisher hauptsächlich mit eher sinnfreien Inhalten gemacht wird. Grundsätzlich ist die Idee aber spannend. Solche Listicles regen zum Weiterdenken an, gerade weil sie einfach aufbereitet sind.

Schule Social Media

Seit letzte Woche mit blickamabend.ch der erste deutschsprachige Buzzfeed-Klon gestartet ist, verbreitet sich eine neue Textsorte: So genannte Listicles. Der Zusammenzug aus »List« und »Article« führt zu einer nummerierten Liste, in der ein Thema mit einer Kombination von Schlagzeilen, Bildern und Kommentaren dazu. Ich habe dazu selbst ein Beispiel gebastelt: Ein Kafka-Listicle.

Die Frage, wie leistungsfähig das Format ist, will ich hier nicht ausführlich abhandeln. Es entstammt aus einem Infotainment-Ansatz, der Informationen unterhaltsam verpackt. Viele Listicle-Geschichten sind rein unterhaltsam, einige haben durchaus einen Informationsgehalt, den man ernst nehmen kann. Hier ein Beispiel:

 Bildschirmfoto 2013-12-17 um 14.16.59

Eine Klasse habe ich beauftragt, Listicles zu schreiben. Folgende Schritte ermöglichen einen einfachen Zugang:

  1. Lektüre von Listicles.
  2. Beschreibung der wesentlichen Merkmale (nummerierte Liste – Zusatztipp von Simon Haering: die Anzahl sollte ungerade sein, um zu zeigen, dass sie nicht fertig ist -, Text-Bild-Kombination, Quellenangaben, auch bewegte Bilder, häufig .gifs).
  3. Vereinbarung des Themas…

View original post 200 more words

Webseitentipp 3: Alfred Escher-Stiftung

Alfred Escher war ein Schweizer Politiker, Wirtschaftsführer und Eisenbahnpionier. Unter anderem kämpfte er an vorderster Front für die Gründung des Eidgenössischen Polytechnikums (heute ETH Zürich) und präsidierte die Gotthardbahn-Gesellschaft.

Auf der Webseite der Alfred Escher-Stiftung findet ihr viele interessante Informationen zum Leben und Werk Alfred Eschers und zu Forschungsaktivitäten über Alfred Escher.

Webseite der Alfred Escher-Stiftung
Webseite der Alfred Escher-Stiftung

Wer einen Webseitentipp hat, der soll den Link in den Kommentaren verewigen.

Webseitentipp 2: Die Literaturlandkarte

Die Literaturlandkarte.de schlägt euch Schriftsteller vor, welche zu euren Lieblingsautoren passen könnten. Wer ein Fan von Stephen King ist, dem werden Autoren wie H. P. Lovecraft (Cthulhus Ruf, Der Fall Charles Dexter Ward), oder Clive Barker (Die Bücher des Blutes) empfohlen. Wer gerne aus dem eigenen Gärtchen hinausschauen möchte, der soll sich von der Literaturlandkarte inspirieren lassen.

Die Literaturlandkarte
Die Literaturlandkarte

Wer einen Webseitentipp hat, der soll den Link in den Kommentaren verewigen.

Webseitentipp 1: SofaSoul – Musik. Kein Krach.

Heute stelle ich euch das Webradio SofaSoul.de vor. Das privat geführte Internetradio bietet Musik nach dem Motto “kein Krach”. Zusätzlich zu beruhigender Musik dürfen sich die Hörer von SofaSoul auch auf Informationssendungen freuen. Viel Spass beim Reinhören.

SofaSoul - Musik. Kein Krach.
SofaSoul – Musik. Kein Krach.

Wer einen Webseitentipp hat, der soll den Link in den Kommentaren verewigen.