Schokolade zum Frühstück?

Obwohl der Film «Bridget Jones’s Diary» schon etwas Staub angesetzt hat: Der Zusatz des deutschen Titels – Schokolade zum Frühstück – passt fast perfekt zum morgigen Katerfrühstück. Doch ob 2017 so bitter weitergeht, wie das vergangene Jahr geendet hat, oder vielleicht doch etwas süsser wird, hängt von jedem Einzelnen ab. 2016 brachte uns President-elect Donald Trump, Flüchtlinge, die humanitäre Katastrophe im Syrien-Krieg, die Anschläge in Nizza und Berlin, der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union, grosse Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD) und das Desaster um die österreichischen Präsidentschaftswahlen. Nur einige Höhepunkte, die uns 2016 serviert hat. Alles in allem war…

In eigener Sache

Die einen oder anderen dürften es schon bemerkt haben: Meine Webseite hat ein neues Design erhalten. Doch das ist nicht alles. Auch mein Portfolio habe ich angepasst und erweitert. Das heisst, es bietet nun eine bessere Gesamtübersicht zu meiner Arbeit als Journalist. Wer etwas tiefer gräbt, findet zudem auch ein paar «Jugendsünden», in Form von Videospiele-Rezensionen oder Internetprojekten. Und hier noch ein (nicht ganz ernst gemeinter) Einblick in den Alltag auf einer Lokalredaktion:  

Das Schlimmste ist eigentlich die Überwindung

Sobald wir geboren werden, haben die Menschen Erwartungen an uns. Zuerst soll man möglichst zufrieden wirken, oft und viel lächeln, wenig schreien und süss aussehen. Bald darauf sollen wir nicht mehr kriechen und dürfen unsere ersten Worte artikulieren. Bis dahin war unser Leben kurz, es verlief im Schneckentempo. Je älter wir werden, desto mehr haben wir von der Strecke unseres Lebens hinter uns gebracht, viele Erwartungen erfüllen können und Erfahrungen gesammelt. Mittlerweile gehen wir selbst auf das Töpfchen, wir brauchen niemanden der uns füttert und lieben philosophische Diskussionen. Bestimmt haben wir aber auch enttäuscht. Erwartungen anderer kann man viel leichter…

Der Apfel sieht besser aus, als er schmeckt

Zuerst veröffentlicht im «Wochenspiegel» vom 20. Juli 2016. In Höri bewahrt Fructus alte Obstsorten vor dem Aussterben. Der Star unter den rund 250 Sorten ist der Sternapi. Zum Essen ist er von geringer Qualität, sieht aber immerhin gut aus. Wenn «Frau Rotacher», die sich eigentlich Fraurotacher schreibt, gerade keine Lust hat, dann geht es dem Sternapi schlecht. Denn zur Bestäubung braucht es bei den Äpfeln immer zwei. Der Sternapi wäre ohne Bienen, Hummeln oder andere Insekten ziemlich hilflos. Die Insekten fliegen von Fraurotacher zum Sternapi – natürlich auch umgekehrt – und erledigen ihren Job. Fraurotacher und Sternapi sind Apfelsorten. Die zwei…

11 Gründe, heute Abend der Schweiz die Daumen zu drücken

Heute Abend spielt die Schweiz gegen Rumänien. Also eigentlich müsste es ja Rumänien gegen die Schweiz lauten, aber das ist ja egal. Die mit den weissen Trikots sind die Schweizer. Die anderen tragen Gelb. Der ehemalige GC-Profi Viorel Moldovan steht als Co-Trainer der Rumänen am Spielfeld. Haris Seferović trifft dieses Mal wirklich. Vielleicht. Ach Haris… Der Match findet um 18 Uhr statt. Zumindest die Affoltemer dürften dann noch im 32er feststecken. Die Public Viewings in Zürich sind leer (nicht wegen dem Wetter), weil alle die «Scheisse» an der Manifesta 11 ansehen («The Zurich Load» – ein Kunstwerk aus 80 Tonnen…

Guinea ist seit heute Ebola-frei. Hä? Ist das nicht schon 2000-and-late?

Jetzt ist es offiziell: Das westafrikanische Land Guinea ist Ebola-frei. Dies teilte heute die World Health Organization (WHO) mit. «Today the World Health Organization (WHO) declares the end of Ebola virus transmission in the Republic of Guinea. Forty-two days have passed since the last person confirmed to have Ebola virus disease tested negative for the second time», schreibt die WHO. Übrigens: Schon im Januar hatte die WHO Westafrika für Ebola-frei erklärt, aber wirklich mitgekriegt hat das niemand. Nachdem die Epidemie 2014 ständig in den Medien war, reichte es in der letzten Zeit nicht mehr für die grosse Medienbühne. Andere Themen…

Zeitungstitel verschwinden nicht einfach so, dazu tragen wir alle gemeinsam bei

Die Schweiz soll einst als Land mit der weltweit höchsten Zeitungsdichte gegolten haben. Heute hat sich das schon ziemlich relativiert. 2014 verfasste Catherine Duttweiler in der «Zeit» dazu einen Warnruf: «Ein starker Lokaljournalismus kontrolliert als vierte Gewalt die lokalen Würdenträger. Doch die großen Verlage untergraben diese Grundlage unserer Demokratie.» Immer mehr kleinere Zeitungen werden eingestellt oder verlieren ihre Eigenständigkeit. Ein Grund dafür: die grossen Verlage suchen nach Synergien. So erscheinen seit 2011 die Tageszeitungen «Zürcher Oberländer», «Landbote», «Zürichsee-Zeitung» und «Zürcher Unterländer» mit einem gemeinsamen Zeitungsmantel, der anfänglich noch vom «Landboten» in Winterthur, und nun von der «Berner Zeitung» geliefert wird. Das…

Fragen, die man sich stellen sollte – und die (impliziten) Antworten dazu

Bin ich freundlich oder schwach? Stark oder starr? Zufrieden oder satt? Ehrlich oder einfach nur glatt? Georgas-Frey, P. (2015). Zeitspuren: Fragen, die ich mir zu selten stelle (p. 110). Das Jahr 2015 hat für mich in Köln geendet und das Jahr 2016 in Köln begonnen. Noch während ich meine Zeit in der Domstadt genoss, gab es in München eine Terrorwarnung. Das Resultat: Allgemeine Verunsicherung und erhöhte Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten wie Bahnhöfen oder Flughäfen. Natürlich ist es wichtig, dass die Polizei Terrordrohungen ernst nimmt und uns vor möglichen Anschlägen schützt. Terrorwarnungen dürfen aber nicht zum Normalzustand werden. Was in der…