Sorry, aber es wären einfach zu wenige Bürgerinnen und Bürger bereit, dafür zu zahlen

Es scheint, als ginge es um sein oder nicht sein. Am 4. März 2018 wird über die Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren» abgestimmt. Schon vor dem Jahreswechsel gab es in der Schweiz kaum ein anderes Thema mehr. Zumindest in den Medien. Und das ist auch kein Wunder: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), die Betreiberin der öffentlich-rechtlichen Sender, ist eine wichtige Arbeitgeberin in der Branche. Rund 6000 Mitarbeitende zittern um ihren Job – so zumindest die schlimmsten Befürchtungen der SRG-Verantwortlichen. Die Initiative nennt sich im Volksmund «No Billag». Das Unternehmen Billag treibt aktuell die Rundfunkgebühren ein. Und…

Mein Erdbeer-Trauma

Zuerst veröffentlicht als Kolumne im «Züriberg» vom 22. Juni 2017. Als ich vor kurzem im Coop im Letzipark einkaufen ging, hatte ich nicht ahnen können, wie mein innerer Seelenfrieden ins Ungleichgewicht geraten würde. Ich fand mein liebstes Käse-Sandwich nicht. Vielleicht war es ausverkauft, wer weiss, auf vertiefte Recherchen habe ich verzichtet. Doch das Erlebnis löste etwas aus: Ich erinnerte mich an einen früheren Verlust. Ich erinnerte mich an die stichfesten Erdbeer-Joghurts in der Migros. Eines Tages waren sie plötzlich verschwunden. Dabei haben die mir so wunderbar geschmeckt. «Über den Zeitpunkt oder Grund der Auslistung des stichfesten Erdbeer-Joghurts können wir auf die Schnelle…

Medienqualität: Man feiert sich halt doch gerne selbst

«Qualität im Journalismus definieren zu wollen, gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln» (Russ-Mohl, 1992, p. 85). Die Aussage von Russ-Mohl (1992) ist Sinnbild für die Problematik des Qualitätsdiskurses und wird deshalb häufig in der entsprechenden Literatur zitiert (see Engesser, 2013, pp. 42-43; Meier, 2013, p. 234; Rau, 2007, p. 92; Wyss, 2002, p. 95). Die Diskussion darüber geht deshalb auch schon sehr weit zurück. «Dass es schon in der frühen zeitungskundlichen Literatur um Qualitätsfragen ging, das hatte mit einer in der abendländischen Tradition stark normativ geprägten Grundhaltung zu tun» (Wilke, 2003, p. 35). Nun wurde vor…

Dienstags Fünfzehn

Freude herrscht! Dienstags Fünfzehn ist wieder da und sieht besser aus als je zuvor! Im ersten Teil werden dir die Bücher in fünfzehn Wörtern oder weniger plus Bild vorgestellt, im zweiten findest du Dienstags Fünfzehn in gewohnter Form. Und wer jetzt jammert, weil alles früher immer besser war, dem sage ich nur: Früher war nicht alles besser, früher war nur alles früher (Peach Weber in FOCUS Blind Date auf Radio SRF 3). Nineteen Eighty-Four von George Orwell Totale Überwachung 1984 – oder wollte George Orwell von 2013 schreiben? Garp und wie er die Welt sah von John Irving Siehe Buchtitel. Ein einfacher…